Psychotherapie bei Burnout-Syndrom – ICD 10 F32.9
Bestimmt sind Sie schon häufiger einem Burnout-erkrankten Menschen begegnet, ohne dass die Erkrankung nach außen sichtbar wurde. Dieser Umstand ist Teil des Problems – es betrifft oft sehr leistungsbezogene Persönlichkeiten, die niemanden mit ihrem „Versagen“ belästigen möchten.
Die Symptome eines Burnout-Syndroms belasten jedoch fortschreitend und bedürfen einer Therapie. Diese ist ambulant möglich, also zum Beispiel mit therapeutischen Sitzungen einmal wöchentlich in einer psychotherapeutischen Praxis. Ist die Erkrankung schon zu weit fortgeschritten, kann eine stationäre Therapie notwendig werden.
Frühzeitig und nachhaltig
Das bedeutet: Ein Aufenthalt in einer Spezialklinik für mindestens drei Monate. Natürlich muss der oder die Betroffene bei einer stationären Therapie für diesen Zeitraum krankgeschrieben werden und kann keiner alltäglichen Arbeit nachgehen. Danach nimmt ein Burnout-Behandelter seine Berufstätigkeit meist zeitlich steigernd mit dem so genannten Hamburger Modell wieder auf.
Eine ambulante Burnout-Therapie in meiner Praxis in Berlin-Schmargendorf kann dagegen parallel zur Berufstätigkeit stattfinden und verhindert in aller Regel die Notwendigkeit eines stationären Aufenthaltes und einer Krankschreibung über längere Zeit.

Was ist ein Burnout?
Unsere Leistungsgesellschaft, die eine umfassende soziale Sicherheit für alle schafft, bedingt oftmals Situationen, in denen Menschen sich selbst dauerhaft und systematisch überfordern. Ohne dies wahrzunehmen.
Das heißt, um die gefühlte Überlastung und den vielleicht tatsächlich sichtbaren Leistungsabfall zu kompensieren, wird noch mehr geleistet. Allerdings lädt der Akku immer langsamer auf, während kleinere und kleinste alltägliche Mühen sich zur massiven Kraftanstrengung entwickeln und kaum mehr zu bewältigen sind.
Ergebnis sind permanente Energielosigkeit, Schlafstörungen, Sinnkrisen und mangelnde Lebensfreude bis hin zur totalen Verzweiflung.
Ausgebrannt, erschöpft, schlaflos
Das Burnout-Syndrom, früher auch Erschöpfungsdepression genannt, erscheint meist als eine seelische Verweigerung der äußeren pflichtbewussten Handlungen und Aktivitäten. Sie zwingt den Menschen schließlich zum totalen Innehalten, bevor er in Leistungsdruck und Pflichterfüllung seine physischen wie psychischen Kapazitäten noch weiter überstrapaziert. Bei einem Lebensstil, der Ausgleich, Lebensfreude, Spaß und Selbstbestimmtheit kategorisch ausschließt, fehlt dann natürlich irgendwann der Return on Investment, und der/dem Erkrankten geht buchstäblich die Luft aus.
Ich muss, ich sollte, ich darf nicht …
Der Antrieb zu einem solch übertriebenen Ausmaß an Selbstdisziplin ist zumeist anerzogen bzw. angstgesteuert. Wer pausenlos leistet, ist womöglich auf der ständigen Flucht vor gefühlter Missbilligung, Ablehnung und Verurteilung anderer. Oder sucht in einem ungesunden und abhängigen Ausmaß krampfhaft nach der Anerkennung und Wertschätzung anderer, ohne dass dieses Bedürfnis je erfüllt zu sein scheint. Das kann dann an falschen Erwartungen aus dem Innen oder an ungünstigen oder unfairen Bedingungen im Außen liegen.
Burnout als vermeintliche Erkrankung stellt für mich eher eine Selbstregulationsmaßnahme dar, welche einsetzt, bevor der Klient sich selbst und seine eigentlichen Bedürfnisse komplett unterordnet, sogar opfert, und eigene Wünsche und Lebensentwürfe völlig aus den Augen verliert.
Das System zieht sich selbst den Stecker. Die Krankheit ist der ungünstige Kompromiss zwischen „Du musst“ und „Ich kann aber nicht mehr„.
Burnout-Behandlung, Burnout-Therapie
Wenn die anfängliche Differenzialdiagnose das Vorliegen einer depressiven Episode ausschließen kann, wird die Burnout-Erkrankung in meiner Praxis in Berlin-Schmargendorf behandelt mit einer Analyse der aktuellen Work-Life-Balance und mit einer Bilanzziehung zu den verfügbaren Kraftressourcen. Ziel der gesprächsorientierten Therapie ist eine Stärkung der Abgrenzungsfähigkeit gegenüber innerer und äußerer Überforderungen und Grenzüberschreitungen. Auch Selbstwertzweifel werden unter die Lupe genommen.
Ich darf meine Grenzen wieder spüren
Während der aufeinander aufbauenden Sitzungen wird Stück für Stück ein stabiles Verständnis aufgebaut für eigene Grenzen und Bedürfnisse. Bisherige Annahmen bezüglich eigener Leistungsverpflichtungen werden kritisch hinterfragt. Parallel entwickeln wir eine neue Haltung und Lebensweise, die den Rückfluss von Energien im Alltag sichert und den eigenen Möglichkeiten und Zielen besser entspricht.
Leide ich an Burnout?
Falls Sie sich seit längerem nicht wohl fühlen, permanent überfordert und gestresst oder nur noch auf Ihre Arbeitstätigkeit fixiert sind, und vielleicht auch mittlerweile Ihre Beziehungen unter diesem Zustand leiden, sollten Sie sich eine Diagnose stellen lassen. Menschen, die einmal eine Burnout-Therapie gemacht haben, haben für ihr ganzes Leben wichtige Dinge gelernt und können sich künftig viel besser vor unbewusster Selbstüberforderung schützen.
Schildern Sie hier die Erfahrungen, die Sie zurzeit mit Gefühlen wie Ausgebranntheit, Überforderung oder Erschöpfung machen:

