Kind hält sich Hände vor die Augen, während die Eltern streiten

Mediation

Schlichtung, Mediation und Familienmediation

In schwierigen familiären oder zwischenmenschlichen Konflikten ist eine Mediation das Verfahren für eine Lösung, in der beide Seiten sich wiederfinden können. Insofern erspart die Mediation vielen Menschen den Weg vors Gericht, wo bekanntlich nur einer Recht bekommt, und der andere womöglich über Jahre mit dem Urteil hadert.

Besonders in Trennungsstreitigkeiten, bei denen Kinder beteiligt sind, ist es ein Gebot der Verantwortung und wünschenswert, dass beide Elternteile – trotz des Verlustes ihrer Liebesbeziehung und damit verknüpften Enttäuschungen – in Angelegenheiten des Kindes gut miteinander umgehen können. Denn der dauerhafte Groll auf den Ex-Partner spaltet das Kind und kann zur Entstehung seelischer Belastungen, schwerer Verhaltensauffälligkeiten oder psychischer Krankheiten beitragen.

Das strukturierte Verfahren der Mediation wird rechtlich gefasst vom so genannten Mediationsgesetz, in dem alle wichtigen Rahmenbedingungen definiert sind. Mediationen finden freiwillig, selbstbestimmt, eigenverantwortlich und vertraulich statt. Die Vereinbarungen, die aus der Mediation hervorgehen, sind dennoch verbindlich. Sie können mithilfe notarieller Beglaubigung auch rechtswirksam geschlossen werden, sofern das von beiden Parteien gewünscht ist.

Als angehende zertifizierte Mediatiorin und Familienmediatorin leite ich Sie gerne aus Ihrem persönlichen Konflikt heraus. In einer allparteilichen Haltung mit Achtung vor den beiderseitigen Standpunkten erarbeite ich gemeinsam mit Ihnen Schritt für Schritt einen Überblick über die einzelnen Streitthemen, über die jeweiligen Positionen und Interessen als auch zu den hintergründigen Bedürfnissen und Wünschen.

Das Verfahren ist methodisch so angelegt, dass ein gewisses Maß an Empathie für die Haltung des Gegenübers aufgebaut werden kann. Auf der Basis von derart neu gewonnenem Verständnis entstehen dann selbst gestaltete Lösungen, die ganz genau zu den Medianden passen, die oft synergetisch und vor allem nachhaltig sind. Der Mediator übernimmt dabei die Verantwortung für den Prozess, die Medianden sind zuständig für das Ergebnis.

Eine Mediation durchläuft fünf Phasen, die unterschiedlich lang dauern können. Der Prozess kann jederzeit von einer Partei abgebrochen werden. Steht der schriftliche Entwurf einer Abschlussvereinbarung, ist es oft sinnvoll, sie von einem Juristen oder Rechtsberater prüfen zu lassen, bevor sie verbindlich unterzeichnet wird.

Im Vergleich zu einer Klärung auf dem Rechtsweg sind die Ergebnisse einer Mediation lebensnaher, für beide Seiten gesichtswahrender und nachhaltiger. Anstatt wie vor Gericht Gewinner und Verlierer zu deklarieren, wird eine Win-Win-Situation angestrebt. Besonders Kinder profitieren von Lösungen, die so zustande kommen, weil sie meist kontinuierlich und zuverlässig umgesetzt werden und die Beziehung der Elternteile nicht vergiften, sondern stärken.

In Abgrenzung zur Psychotherapie können und sollen Gefühle, Bedürfnisse und Ängste in der Mediation zwar bewusst gemacht und benannt werden, allerdings werden sie nicht tiefer gehend in Frage gestellt, bewertet oder behandelt. Auch die Entstehungsgeschichte bestimmter persönlicher Grenzen oder die Erörterung von Persönlichkeitsanteilen und -eigenschaften gehören nicht zum Prozess einer Mediation.

Einsatzmöglichkeiten für Mediation gibt es auch bei Nachbarschaftsstreiten, bei Zank ums Erbe, bei Streiten um Immobilien, Urheberrechte oder Firmenanteile oder bei Konflikten zwischen Kollegen. Die Mediation ist in Deutschland auf dem Vormarsch und löst bereits in vielen Bereichen Gerichtsverfahren ab.

Eine 90minütige Mediationssitzung berechne ich mit 120 Euro. Je nach Fall ziehe ich, in Abstimmung mit den auftraggebenden Medianden, eine qualifizierte Ko-MediatorIn hinzu.

Beispiel für eine Abschlussvereinbarung aus einer Familienmediation (Namen geändert)

Europäischer Verhaltenskodex für Mediatoren