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SABINE BRUNNER, HEILPRAKTIKERIN (PSYCHOTHERAPIE) + SYSTEMISCHE BERATERIN.
Sabine Brunner
HP Psychotherapie | Paarberaterin
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Portrait eines bedrückt wirkenden Mannes mit Mütze, der an einer Anpassungsstörung erkrankt ist.

Anpassungsstörungen

Psychotherapie bei Anpassungsstörungen – ICD 10 F43.0 und F43.9

Eine Anpassungsstörung liegt vor, wenn sich jemand an schwierige und meist abrupte Veränderungen im Leben – Scheidung, Tod eines Nahestehenden, Kündigung, andere Verluste – nicht gleich anpassen kann, dass heißt, zunächst nicht in der Lage ist, die überfordernde Erfahrung zügig zu akzeptieren und ohne größere innere Regung einfach mit ihr weiterzuleben. Einher gehen mit dieser extrem belasteten Phase erhebliche psychische Symptome wie Antriebsverlust, Ängste, Trauer oder Appetitverlust. Das Krankheitsbild dieser Abwehrreaktion ist individuell – wie die Erkrankten selbst.
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Nachvollziehbare Überreaktion

Eine psychische Reaktion auf belastende Lebensereignisse oder einschneidende Veränderungen ist zwar verständlich, geht aber bei dieser Diagnose über das übliche Maß hinaus. Die unwillkürliche, extreme innere Abwehrreaktion führt zu deutlichem Leidensdruck und Beeinträchtigungen im Alltag. Auslöser können sehr unterschiedlich sein, etwa Trennungen, berufliche Konflikte, der Verlust eines nahestehenden Menschen, Umsiedlung, aber sogar auch positive, herausfordernde Veränderungen wie der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Typischerweise treten die Symptome innerhalb von zwei Wochen nach dem belastenden Ereignis auf. Häufig zeigen sich gedrückte Stimmung, Sorgen, Ängste, innere Unruhe oder das Gefühl, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Manche Betroffene berichten auch über Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder sozialen Rückzug. Im Unterschied zu anderen psychischen Erkrankungen sind die Beschwerden klar mit einem identifizierbaren Auslöser verbunden und klingen meist innerhalb von sechs Monaten nach Wegfall der Belastung wieder ab.

Anpassungsstörung überwinden

In der Behandlung steht die Unterstützung bei der Bewältigung der belastenden Situation im Vordergrund. Psychotherapeutische Gespräche helfen, die eigene Lage besser zu verstehen, neue Perspektiven zu entwickeln und hilfreiche Bewältigungsstrategien zu erlernen. Je nach Bedarf können auch Entspannungsverfahren, soziale Unterstützung oder kurzfristig medikamentöse Maßnahmen sinnvoll sein. Zentral ist dabei, die individuellen Ressourcen der Betroffenen zu stärken und ihre Selbstwirksamkeit zu fördern.

Insgesamt gilt die Anpassungsstörung als gut behandelbar. Mit angemessener Unterstützung gelingt es den meisten Menschen, die Krise zu bewältigen und wieder zu ihrem psychischen Gleichgewicht zurückzufinden. Sie kann dabei auch als eine vorübergehende Phase verstanden werden, in der Anpassungsprozesse stattfinden, die langfristig zu persönlichem Wachstum beitragen können.

Differenzialdiagnosen in Betracht ziehen

Die Anpassungsstörung kann unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen, etwa mit vorwiegend depressiver Reaktion, Angst, gemischten emotionalen Symptomen oder auch mit Störungen des Sozialverhaltens. Wichtig ist die Abgrenzung zu schwereren Erkrankungen wie einer eigenständigen Depressiven Episode oder einer Posttraumatische Belastungsstörung, bei denen andere diagnostische Kriterien erfüllt sind.

Hier die ausführliche Beschreibung der Anpassungsstörung im Blog des ehemals selbst Betroffenen Andreas Humbert.

Differenzialdiagnose Verbitterungsstörung

Die ebenfalls anders gelagerte Verbitterungsstörung erzeugt, wie der Name schon sagt, das Gefühl einer nachhaltigen Verbitterung mit Rachegefühlen und Antriebsunwillen, ausgelöst von einer punktuell gemachten erschütternden Erfahrung (Posttraumatische Verbitterungsstörung PTED) oder ausgelöst von anhaltenden Enttäuschungen und Erfahrungen mit zwischenmenschlichen Vertrauensbrüchen (komplexe Verbitterungsstörung). Sie bündelt eine ganze Reihe an belastenden Gefühlen, die durchaus den Schweregrad vergleichbar mit einer schweren Depression aufweisen können, auch wenn die Gefühlslage eher heiß denn leer ist.

Die Verbitterungsstörung ist eine aktive psychische Reaktion auf als außergewöhnlich ungerecht empfundene Lebensereignisse, etwa Kränkungen, Zurückweisungen oder berufliche Konflikte. Betroffene erleben anhaltende Bitterkeit, Groll und das Gefühl, unfair behandelt worden zu sein. Häufig kreisen die Gedanken um das Ereignis, begleitet von Rückzug, Misstrauen und verminderter Lebensfreude. Anders als bei der Depression steht weniger die Niedergeschlagenheit als vielmehr die Verbitterung im Vordergrund. Therapeutisch hilfreich sind Gespräche, die Perspektivwechsel fördern, sowie Strategien zur emotionalen Verarbeitung und zur Wiedergewinnung von Handlungsspielraum.

Obwohl die Verbitterungsstörung zu den Anpassungsstörungen gezählt wird, chronifiziert sie unbehandelt voraussichtlich, anstatt nach circa sechs Monaten abzuklingen. Sehr häufig, besonders in der Vergangenheit, wurde die Verbitterungsstörung mit einer Depressiven Episode verwechselt.

Die Verbitterungsstörung wird behandelt mit verschiedenen Ansätzen, etwa mit der so genannten Weisheitstherapie. Sie kommt bisher nicht als eigenständige Diagnose im ICD-10 vor.

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