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Mein inneres Team und seine Spielregeln

Unter den zahlreichen Therapieansätzen hat sich in der jüngeren Zeit eine bestimmte Betrachtungsweise zur menschlichen Psyche zunehmend durchgesetzt. In den konventionellen Richtlinienverfahren genau wie in alternativen, etwa systemischen und neueren Therapiemethoden – immer mehr spricht dafür, dass die menschliche Persönlichkeit grundsätzlich aus verschiedenen Anteilen (englisch „parts“) oder einem Inneren Team besteht, worüber sich der Einzelne in der Regel gar nicht oder zum Großteil subjektiv nicht bewusst ist.
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Heiteres Therapeuten-Raten: Will ein Mann zum Bahnhof …

Zum Spaß geht man zwar nicht zum Therapeuten, aber unser Berufsstand darf sich durchaus mal selbst auf die Schippe nehmen. Humor weicht allzu steife Positionen auf und kann insofern sehr heilsam sein!

Hier das berühmte Spektrum der denkbaren Antworten der verschiedenen, heute zur Verfügung stehenden Therapieverfahren. Der Trend geht übrigens zum integrativen Einsatz verschiedener Ansätze, je nach Bedarf und Klienten-Typus.

Ein Passant fragt: „Wo geht’s denn hier bitte zum Bahnhof?“
Es antworten ihm der
Pädagoge: „Ich weiß natürlich, wo der Bahnhof ist. Aber ich denke, es wäre besser für dich, wenn du es selbst herausfindest.“
Sozialpädagoge: „Ich weiß es auch nicht, aber ich finde es total gut, dass wir beide so offen darüber reden können.“
Sozialarbeiter: „Keine Ahnung, aber ich fahre dich schnell hin.“
Bioenergetiker: „Ihr Körper kennt die Antwort schon. Machen Sie mal: sch… sch… sch…“
Gesprächspsychotherapeut: „Sie wissen nicht, wo der Bahnhof ist und das macht Sie nicht nur traurig, sondern auch ein Stück weit wütend?“
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Gesetzlich versichert, aber private Psychotherapie

Ich bin tätig als Heilpraktikerin für Psychotherapie, habe also trotz fehlender Kassenzulassung (Approbation) die Berufserlaubnis vom Gesundheitsamt und kann ergo nur privat mit meinen Klienten abrechnen. Die meisten gesetzlich Versicherten, die sich bei mir vorstellen, haben natürlich im Vorfeld nach einer kassenfinanzierten Therapiemöglichkeit gesucht. Und aufgegeben, da es auch in Berlin offenbar im Verhältnis zum Bedarf zu wenige „Psychologische“ oder „Ärztliche Psychotherapeuten“ gibt. Und sie nicht mehrere Monate auf einen Therapieplatz warten wollen oder können. Gesetzlich versichert, aber private Psychotherapie weiterlesen

Der Rahmen färbt das Bild – Framing als psychologische Realität

Unter Framing , neudeutsch aus dem englischen „frame“, Rahmen, versteht man vereinfacht gesagt den theoretischen Kontext, in dem wir Informationen aufnehmen. Wenn einer etwa sagt: „Als Zeichen meines Verantwortungsbewusstseins … trete ich von diesem Amt zurück“, klingt das ganz anders, als wenn ein Journalist später über den Rücktritt schreibt, er sei feige, weil einer sich da vor der Wiedergutmachung der Situation gedrückt habe, zugunsten der eigenen Reputation und nicht für die Sache.

Obwohl also genau dasselbe passiert, wird das Geschehen völlig unterschiedlich bewertet. Beide Optionen, Ärmel hochkrempeln oder Rücktritt, können irgendwie als verantwortungsvolles Handeln interpretiert werden. Oder als das Gegenteil. Der Rahmen färbt das Bild – Framing als psychologische Realität weiterlesen

Die Projektion im psychotherapeutischen Prozess

Bestimmt hat jeder schon mal gehört, dass unser Umfeld auf die ein oder andere Weise ein Spiegel für uns sein kann. Genauer gesagt, sind es die Menschen und deren Verhalten. In ihnen spiegele ich unwillkürlich meine eigenen Gefühlswelten, indem ich Eigenes projiziere und anderen unterstelle, ohne es zu merken. Ich empfinde dann die Kassiererin als schnippisch, meine Kollegin als neidisch oder meinen Gatten als desinteressiert. Wenn das permanent vorkommt, handelt es sich vermutlich um Projektion.

Dieser Vorgang kann sich so verdichten, dass mich diese unterstellten Befindlichkeiten förmlich aus jeder Ecke anspringen. Eine bestimmte, nämlich die für mich typische emotionale Gegenreaktion drängt sich mir dann geradezu auf. Die Projektion im psychotherapeutischen Prozess weiterlesen